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Sachsenhausen unser schöner Heimatort

von Herbert Kühn

(Melodie nach: „Wo die Nordseewellen“ von Freddy Quinn)

 

Sachsenhausen unser schöner Heimatort. Schon 800 Jahre stehst du nun schon dort.

(:Eingerahmt von Wiesen, Wäldern, kleinen Höhn, hier für uns zu leben ist es wunderschön.:)

 

Sachsenhausen in der schönen Sommerzeit. Wald und Wiese trägt ihr allerschönstes Kleid.

(:Viele Wandrer sagen: O ist es hier schön. Möchte nicht weiter wandern, hier für immer stehn.:)

 

Sachsenhausen nah` Tauber und am Main. Ja ihr Leut`, wo könnte es denn schöner sein?

(:Das ist uns`re Heimat, das ist unser Ort, ja, da wolln wir leben, gehen nicht mehr fort.:)

In diesem Lied ist das Wesentliche auf musikalische Art und Weise niedergeschrieben. Ausführliche Daten und Fakten findet man in dem 70-seitigen gebundenen Werk „Sachsenhausen – Dorf und Heimatgeschichte“ von Karl Mossemann aus dem Jahre 1957. Darin sind alle vorhandenen Aufzeichnungen und Informationen akribisch dokumentiert.

 

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1178 zurück und beschreibt „Sahsenhusen“ im Bereich der unteren Tauber. Funde von Arbeitsgeräten lassen sogar auf eine Besiedlung während der jüngeren Steinzeit (etwa 5.000 bis 2.000 v.Chr.) schließen.

 

Das Wappen

Von der Ortsnamensforschung werden die „hausen“-Orte in der Regel den fränkischen Ausbausiedlungen in der ersten Hälfte des achten Jahrhunderts zugerechnet. Gemeinsam mit den Taubertalorten Distelhausen, Hochhausen, Niklashausen und Waldenhausen dürfte unser Dorf ebenfalls in jene Zeit zurückreichen.1178 befindet sich Sachsenhausen – gemeinsam mit den Nachbarorten Waldenhausen, Reicholzheim und Dörlesberg – im Besitz der Grafen von Wertheim. Zwischen 1320 und 1379 ging die sachsenhäuser Dorfherrschaft von der Grafschaft Wertheim auf die Deutsch-ordenskonturei Prozelten über. Im Stadtprozeltener Urabar von 1379 erscheint als eigenen Verwaltungseinheit das Amt Sachsenhausen. Nach einem langjährigen Streitfall und der Auflösung des Deutschordenbeisitzes um Prozelten 1483/84 ging das Dorf Sachsenhausen wieder in den Wertheimer Herrschaftsverband über. Graf Georg II von Wertheim brachte die Reformation 1526 nach Sachsenhausen. In der Folgezeit ist das Dorf evangelisch geworden und bis heute geblieben.

 

Im 17. Jahrhundert hinterlies der 30-jährige Krieg auf verschiedene grausame Wege seine Spuren im Dorf. 1806 fiel Sachsenhausen wie alle links des Mains gelegenen Orte der Grafschaft Wertheim an das neugeschaffenen Großherzogtum Baden.

Der Erste Weltkrieg 1914/18 forderte 24 Gefallene und Vermisste aus unserem Dorf. Auf dem Kriegerdenkmal vor der Kirche von 1928 sind alle ihre Namen verzeichnet. Die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs 1939/45 kostete 28 Bürgern das Leben. Ihr Gedächtnis bewahrt der Ehrenhain auf dem Friedhof, der 1949 eingeweiht wurde. Seit 1951 gehört Sachsenhausen dem Südweststaat Baden-Württemberg an.

 

1978 war die 800-Jahr Feier von Sachsenhausen mit einem großen Festumzug und mehrtägigem Festbetrieb.

Drei markanten Gebäude sind heute noch die bildlichen Wahrzeichen von Sachsenhausen: die Kirche,

das Rathaus

 

und die Alte Schule.

Die Grundsteinlegung der heutigen Kirche war am 11.Mai 1877, nachdem man fünf Wochen zuvor die baufällige gotische Wehrkirche abgebrochen hatte. Nach dem Heiligen Leonhard, ein Beschützer der Landsleute, heißt das am 30.März 1879 eingeweihte Gotteshaus: „Leonhards Kirche“. Das „Alte Schulhaus“ am Dorfmittelpunkt wurde 1906/07 wegen steigender Einwohnerzahlen (1858: 425 Einwohner, 1905: 542 Einwohner) gebaut. Vom 30.Juni – 2. Juli2006 haben wir das 100-jährige Bestehen des Schulhauses gebührend gefeiert.